Drei digitale Prototypen zur Unterstützung von Menschen mit Autismus wurden im realen Arbeitsalltag getestet – mit vielversprechenden Ergebnissen.
Im Oktober und November 2025 fand die abschließende Arbeitsplatzstudie des Forschungsprojekts AutARK statt, die Anfang Dezember offiziell beendet wurde. An drei ausgestatteten Arbeitsplätzen im SZF CoWerk sowie im SRH Berufsbildungswerk Dresden konnten Teilnehmende einen Monat lang innovative Assistenztechnologien im Arbeitsalltag auf Herz und Nieren prüfen. Ziel war es, die im Projekt entwickelten Prototypen unter realen Bedingungen zu evaluieren und deren praktischen Nutzen zu ermitteln.
Drei Prototypen im Praxistest
Die Studie umfasste drei unterschiedliche Assistenzsysteme: SmartANC, ein intelligentes Kopfhörersystem zur Geräuschfilterung, das störende Umgebungsgeräusche reduziert, während wichtige soziale Interaktionen durch Erkennung von Aktivierungsphrasen weiterhin wahrgenommen werden können. AgendaHub, ein digitaler Kalender zur Strukturierung des Arbeitstags, der Termine und Aufgaben aus verschiedenen Quellen zentral zusammenführt und übersichtlich darstellt. Sowie MailSupport, ein Tool zur Unterstützung beim Verstehen und Beantworten komplexer E-Mails, das besonders bei indirekter Sprache und mehrdeutigen Formulierungen hilft.
Strukturiertes Evaluationsverfahren
Das Studiendesign war umfassend angelegt: Eine Vorabbefragung erfasste die individuellen Bedarfe und Erwartungen der Teilnehmenden. Während der vierwöchigen Testphase ermöglichten regelmäßige Zwischen-Feedbacks und tägliche Online-Fragebögen, das Nutzungsverhalten einzuschätzen und schnell auf mögliche Hindernisse zu reagieren. Eine abschließende Befragung bewertete die Nützlichkeit der Tools im Alltag.
Erste vielversprechende Erkenntnisse
Besonders positiv fiel das Feedback zu SmartANC aus: Eine teilnehmende Person nutzte das System täglich und berichtete, dass die Regengeräusche sehr entspannend wirkten und konzentriertes Arbeiten ohne akustische Ablenkung ermöglichten. Bereits nach drei Stunden hatten Kolleg:innen das Muster der Aktivierungsphrasen erkannt und die Technologie akzeptiert.
AgendaHub erwies sich als hilfreich bei der Visualisierung von Terminen und reduzierte die Angst, etwas zu verpassen. Die Kategorisierung von Aufgaben wurde als nützlich bewertet, wobei der Wunsch nach individuell anpassbaren Kategorien geäußert wurde.
MailSupport zeigte Potenzial beim Filtern von Inhalten aus langen E-Mails, wobei die Funktionalität bei kurzen Nachrichten noch optimierungsbedürftig ist.
Datenschutz im Fokus
Alle drei Prototypen wurden mit besonderem Augenmerk auf Datenschutz entwickelt: Die Verarbeitung erfolgt ausschließlich lokal, ohne dauerhafte Speicherung oder Weitergabe sensibler Daten über das Internet.
Die Ergebnisse der Studie bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung digitaler Assistenzsysteme am Arbeitsplatz.