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Workshop auf der INTERACT 2025 in Belo Horizonte

    Die INTERACT 2025, die vom 8. bis 12. September in Belo Horizonte, Brasilien, stattfand, ist eine der renommiertesten internationalen Konferenzen im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion (HCI). Als 20. IFIP TC13 International Conference bringt sie Forschende, Praktiker:innen und Akademiker:innen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und innovative Lösungen in der HCI zu diskutieren. Unter dem Motto „Blending Experiences in Interaction Design“ bot die Konferenz eine ideale Plattform, um Forschung zu inklusiven und barrierefreien Technologien zu präsentieren – ein zentrales Anliegen des AutARK-Projekts.

    Meinhardt Branig, David Gollasch und Gerhard Weber nahmen an der Konferenz teil und organisierten gemeinsam mit internationalen Kolleg:innen einen ganztägigen Workshop am 8. September zum Thema „Technologiedesign für und mit neurodivergenten Nutzern: Überlegungen aus der Forschungspraxis“. Der Workshop wurde von der IFIP TC 13 Working Group 13.3 unterstützt und bot Raum für kritische Reflexion über bestehende Designmethoden sowie den Austausch über neuroinklusive Ansätze in der Technologieentwicklung.

    Besonders bemerkenswert war die Entwicklung seit dem letzten Workshop auf der INTERACT 2023 in York: Während vor zwei Jahren der Fokus noch stark auf ADHS und Neurodivergenz bei Kindern lag und die Teilnehmenden größtenteils nicht selbst betroffen waren, stand dieses Mal das Thema Autismus im Erwachsenenalter im Mittelpunkt. Vor allem nahmen selbst betroffene Menschen am Workshop teil, was zu authentischen und wertvollen Diskussionen führte und die Bedeutung einer First-Person-Perspektive in der Forschung unterstrich.

    Im Rahmen des Workshops präsentierten David Gollasch und Meinhardt Branig die Arbeit des AutARK-Teams zur Unterstützung der E-Mail-Kommunikation. Das entwickelte MailSupport-Tool nutzt ein lokal laufendes Large Language Model (LLM), um datenschutzkonform bei der Interpretation von E-Mails zu unterstützen, Aufgaben und Termine automatisch zu extrahieren und beim Verfassen von Antworten zu helfen. Diese Assistenztechnologie adressiert konkrete Herausforderungen autistischer Personen im beruflichen Alltag und stieß auf großes Interesse bei den Workshop-Teilnehmenden.

    Die gemeinsame Ausrichtung der INTERACT 2025 mit der brasilianischen IHC-Tagung (XXIV Brazilian Symposium on Human Factors in Computing Systems) ermöglichte einen besonders wertvollen Austausch mit Forschenden aus Brasilien. Das Thema Neurodiversität rückt auch an brasilianischen Hochschulen zunehmend in den Fokus, und das Interesse am Workshop war überraschend groß. Diese internationale Vernetzung bietet wichtige Impulse für die weitere Arbeit im AutARK-Projekt und unterstreicht die globale Relevanz neuroinklusiver Technologieentwicklung.

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